Dialog im Krisenmodus, geht das?



Die Corona-Krise stellt für die meisten Menschen weltweit eine Zerreißprobe von bislang unbekannter Dimension dar. Der Verlust von Arbeit, das Übergehen in Kurzzeitbeschäftigungen, die unsicheren Zukunftsperspektiven allgemein, die spürbare Veränderung der sozialen Interaktion, die psychischen und sozialen Auswirkungen als Folge der Isolation – das alles hat auch Wälle in der Gesellschaft geschaffen. Die Folge: Die Meinungen zum „wie“ und „ob“ hinsichtlich der gegenwärtigen Maßnahmen driften an vielen Stellen zunehmend weiter auseinander. In den sozialen Netzwerken entgleisen Diskurse täglich, teils wird zum bewaffneten Widerstand gegen Maßnahmen aufgerufen, in Berlin wird noch im August die Reichskriegsflagge bei Protesten gehisst. Allerorten entstehen „Hygiene-Demos“, Kampfbegriffe wie "Schlafschafe" auf der einen und "Covidioten" auf der anderen Seite dominieren viele Debatten. Wichtige Fakten erreichen Teile der Gesellschaft nicht mehr, sind inhaltlich zu schwer greifbar oder gehen in der Masse an Nachrichten unter.

Indessen könnte die Krise jedoch auch wesentliche Chancen bieten. So gehen Expert*innen davon aus, dass sich die digitale Transformation in Unternehmen beschleunigt, aber auch, dass die Arbeitskultur der Zukunft selbst nachhaltiger und gemeinwohlorientierter gestaltet sein könnte – dies betrifft vor allem die Verringerung von Flügen und Reisen allgemein, aber auch die Entschleunigung des Arbeitsalltages selbst. Wir sind überzeugt, dass die Gesellschaft einen konstruktiven Dialog auf Augenhöhe gerade jetzt besonders braucht. Das gegenseitige Verstehen, das Hineinversetzen in verschiedene Lebenslagen und das Wahrnehmen der unterschiedlichen Bedürfnisse sind wesentliche Schritte zum Auflösen der Polarisierung und Spaltung innerhalb der Bevölkerung. Im Rahmen eines offenen Austauschs möchten wir gemeinsam über die Folgen, Auswirkungen und Ängste sprechen, auch darüber, wie viel Kritik die Demokratie verträgt oder gar braucht und ab wann Spekulationen und Theorien beginnen, die Grundwerte unserer Gesellschaft zu zersetzen.

„Brücken bauen in Zeiten der Corona-Krise“ will am 11.12. als Abendveranstaltung nach unserem bewährten WERTE Wählen Konzept (zuletzt durchgeführt zur Kommunalwahl) dem nachgehen und findet in Kooperation mit dem Coachingzentrum Freiburg, dem ifis / LiFT (Institut für integrale Studien / Leadership for Transition - Politics), dem Treffpunkt Freiburg / Aktion Brückenschlag sowie der Bertelsmann-Stiftung statt und soll neben interessierten Bürger*innen auch die Lokalpresse und Vertreter*innen des Freiburger Gemeinderates einbinden. Um den Schutz aller Teilnehmenden zu gewährleisten und die hierfür notwendigen Sicherheitsabstände zu wahren, wird es hinsichtlich der Teilnehmenden jedoch eine Begrenzung geben, die in Abhängigkeit zur Lokalität bzw. dem uns gebotenen Raum steht. Auch eine komplette virtuelle Durchführung ist in Anbetracht der sich derzeit überschlagenden Ereignisse denkbar.

Alle Interessierten, die dieses Thema ebenfalls bewegt und mitdenken und sich einbringen möchten (im Vorfeld, wie auch als Teilnehmende bei der Veranstaltung selbst), können sich gerne jederzeit unter der info@allwedo.eu bei uns melden.


COACHINGZENTRUM freiburg

PERSÖNLICH-WIRKSAM-WERTEORIENTIERT